Angriff auf Ultras Braunschweig in Mönchengladbach

Bereits vor einiger Zeit berichteten wir hier auf Ende der Fahnenstange über die verhärteten Zustände bei der Eintracht. Nazis im Stadion sowie rechte Hegemonie, eine blinde Vereinsleitung und die verzweifelten Versuche antifaschistischer und antidiskriminierender Gruppen wie der Initiative gegen rechte (Hooligan)-Strukturen und Ultras Braunschweig auf Nazis und rechte Gewalt in der Fanszene aufmerksam zu machen, offenbaren die desaströsen Verhältnisse, die in der Braunschweiger Fußballkultur herrschen.  Doch nun wurde letzten Freitag ein weiterer trauriger Höhepunkt einer langen Geschichte von Übergriffen auf antifaschistische Personen und Eintrachtfans seitens rechter Hooligans erreicht.

Beim Bundesligaspiel der Eintracht gegen Borussia Mönchengladbach am 20.09.13 kam es im Borussia-Park zu einem Angriff von rechten Hooligans der Eintracht auf die antifaschistischen Ultras von UB 01. Ultras Braunschweig, die sich das erste Mal seit Jahren wieder in die Fankurve stellten, wurden bereits vor dem Spiel vonseiten ca. 35 Nazi-Hooligans massiv bedrängt, eingeschüchtert und angegriffen. Die Konsequenz daraus war ein notgedrungener Wechsel in den Sitzplatzbereich, der nur unter der Begleitung des Ordnungsdienstes möglich war. Nach dem Spiel kam es dann zu einem Blocksturm im Sitzplatzbereich, an dem sich ca. 50-60 Personen von gewalttätigen rechten Hooligans, Ultras und Fans der Eintracht beteiligten. Polizei und Ordnungsdienst mussten unter Einsatz von Pfefferspray die Angreifer aus dem Block drängen. Unter anderem beteiligten sich Personen aus dem Spektrum der Fetten Schweine, Kategorie Braunschweig (aufgelöst), Alten Kameraden und Exzess Boys an dem Übergriff. Glücklicherweise gab es durch die Gewalt besagter Gruppen keine schwerer Verletzten an dem Tag.

Wie die Antifaschistische Gruppe Braunschweig (AGB) auf ihrer Facebook-Seite berichtet, kam es noch am selben Abend in Braunschweig zu einer Transparent-Aktion von mehreren Dutzend Personen, die sich solidarisch mit UB 01 zeigten.

 

Quelle: AGB
Quelle: AGB

 

Ultras Braunschweig veröffentlichten gestern eine ausführliche Stellungnahme zu dem Übergriff auf der Seite Faszination Fankurve. In ihr finden sich eine detailiertere Beschreibung der Ereignisse sowie Forderungen und Perspektiven für ein konsequent antifaschistisches Engagement seitens des Vereins und der Fanszene. Zudem erschien ein Artikel auf der Homepage des Transparent Magazins. Die Lektüre beider Texte wird ausdrücklich empfohlen.

Keine Eintracht mit Nazis! Im Stadion und sonstwo. 

Pragmatischer Antifaschismus im Stadion

Peter Fischer (Präsident der SGE) im Interview mit dem Magazin 11 Freunde:

Sie haben das Nazi-Problem angesprochen – wie sollte eine Fanszene Ihrer Meinung nach auf die rechte Gefahr reagieren?
Da muss ich mich dann in Sachen Gewaltverzicht doch korrigieren: Das braune Pack sollte jede anständige Kurve selbstständig aus dem Block prügeln. Das haben wir früher so gemacht, das wird in Frankfurt heute noch so gemacht. Und da bin ich stolz drauf. Deswegen haben wir eine so große und bunte Szene, wo wirklich jeder willkommen ist, dessen Herz für die Eintracht schlägt.

 

Braunschweiger Nazis verteidigen die Fanszene der Eintracht

In der letzten Zeit ist viel gesagt und geschrieben worden über die erschienene Broschüre kurvenlage, die sich inhaltlich mit dem thematischen Schwerpunkt Neonazis, rechte Fans und die Eintracht Braunschweig beschäftigt. Während der Verein und diverse vermeintlich unpolitische Fans sich darüber beschwerten, dass Extremist_innen [sic!] das Stadion für linke Politik missbrauchen würden, mischen mittlerweile nun auch waschechte Nazis in der Debatte um die erschienene Broschüre mit. Bei besagten Nazis handelt es sich um die sogenannte Burschenschaft Thormania, die in Braunschweig gut bekannt sein dürfte. Der Name stiftet in diesem Zusammenhang leicht Verwirrung, da es sich bei der Thormania nicht um eine traditionelle Burschenschaft handelt, sondern um eine gewöhnliche Nazikameradschaft, die unter anderem zu Naziaufmärschen und Sonnenwendfeiern mobilisiert, auf ihrer Internetpräsenz Honigmet und Kondome als „Kapuzen für den besten Kameraden“ anbietet und mit diversen neonazistischen Gruppen aus der Region vernetzt ist. Publikative.org veröffentlichte bereits im Jahr 2009 einen Artikel, der damals schon auf die Aktivitäten der Kameradschaft aufmerksam gemacht hat.

Die Stellungnahme der Thormania zur kurvenlage ist kaum zu übertreffen an einem Mangel inhaltlicher Auseinandersetzung mit den Vorwürfen der Rechercheergebnisse und gespickt mit Rechtschreibfehlern. Dennoch oder gerade deshalb ist sie bezeichnend für den Zustand der Fankultur in Braunschweig. Wo glasklare Nazis der Meinung sind, „ihren Verein“ verteidigen zu müssen, zeigt sich das eigentliche Problem der Eintracht: Nazis halten zu ihr, komme was wolle. Da sie sich in keiner Weise abgelehnt fühlen von Seiten des Vereins, sind sie ihrem Empfinden nach auch in der Lage überhaupt für die Position der Braunschweiger Fanszene einzutreten. Da wird dann mal ganz leicht Relativismus betrieben, indem den Akteur_innen der Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen vorgeworfen wird, sie würden „mit Nazimethoden versuchen, die komplette Fankultur der Braunschweiger Eintracht zu denunzieren und als Rechtsradikale darzustellen„. Des weiteren wird sich darüber empört, dass die Leute im Stadion tatsächlich mit ihren Inhalten provozieren wollten. Es gehe den Linken also gar nicht darum, im Stadion auf Missstände aufmerksam zu machen, sondern sie wollen, so Thormania, scheinbar nur Unruhe stiften mittels provokanten Transparenten mit der Botschaft: „Wir sind hier zum Provozieren“. Es seien also schlichtweg eben jene Leute, die „Extremismus und Politik“ [sic!] ins Stadion tragen. In dem Text der Nazis findet sich nicht die geringste inhaltliche Auseinandersetzung mit der veröffentlichen Broschüre. Lapidar heißt es nur in einem Satz:

In der Broschüre geht es um alles, nur nicht um Fußball und dessen Fans.

Das war es. Wie nicht anders zu erwarten war, werden mittels der Denunziation die Ergebnisse der kuvenlage komplett verworfen. Mit fast grandioser Logik und einer rhetorischen Frage wird versucht eine vermeintlich legitime Meinung, mit der aber nichts weiter als neonazistische Ideologie gemeint ist, im Stadion zu rechtfertigen:

So werden die meisten Personen auf Feiern, im Urlaub oder in anderen Freizeitaktivitäten gezeigt aber nicht im und um den Stadion. Und das der ein oder andere, eine andere Meinung hat als sie selber, aber gern zur Eintracht geht kann nicht das verbrechen sein. So wird auch ein Mafiosis eine lieblings Mannschaft haben, sind dann alle anderen Fans dessen Vereins auch Mafiosis?!? [Rechtschreibfehler im Original; Esra]

Zu guter Letzt fällt der Thormania auch nichts weiteres ein als eine schroffe Alibifloskel, die nur allzu gerne reflexartig ausgesprochen wird, wenn es um Nazis im Stadion geht:

abschließend  bleibt nur zu Sagen ” Fußball bleibt Fußball und Politik bleibt Politik” [Rechtschreibfehler im Original; Esra]

Im Prinzip war diese Stellungnahme ein weiteres Alarmsignal für die vermeintlich unpolitische Fanszene. Denn wenn die Braunschweiger Eintracht letztendlich von einer neonazistischen Kameradschaft verteidigt werden muss, hat dieser Verein wohl wirklich ernsthafte Probleme mit Nazis, die zur Kenntnis genommen werden müssten.

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Anmerkung: Aus Sicherheitsgründen wird der Artikel der Burschenschaft Thormania hier nicht verlinkt. Wer ihn dennoch im Original und in voller Länge lesen möchte, wird im Internet auf der Seite der Nazis fündig.

 

 

 

Vorsänger der Braunschweiger Südkurve meldet sich im Interview mit 11Freunde zu Wort

Während die skandalöse Augenwischerei seitens der Vereinsleitung in Bezug auf das offensichtliche Naziproblem bei der Eintracht in den letzten Tagen für Furore sorgte, zeigt auch nun eine (nicht unbedeutende) Stimme der Braunschweiger Fanszene, Thilo Götz, wie im Stadion ein unkritisch-tolerierender Umgang mit Nazis gepflegt wird. Der Grundtenor der Aussagen, die in dem Interview gemacht wurden, schließt sich in bekannter Manier an die Reaktionen an, die im Zuge der Veröffentlichung der „kurvenlage“ im Netz getätigt wurden. Unter anderem heißt es in dem Interview:

Einige Ordner stehen in der Kritik, mit einer Gruppe wie den »Alten Kameraden« zu sympathisieren. Was ist da dran?
Die »Alten Kameraden« ist ein Fanklub, den es seit 1981 gibt. Es stimmt, dass es Rechte in dieser Gruppe gibt. Mein Bauch sagt mir aber: Solange diese Leute niemandem etwas tun und keine politische Werbung im Stadion machen, dann ist mir das egal. Und mit dieser Meinung stehe ich nicht alleine. Im Gegenteil. Der Grundtenor der Fans ist: »Die tun uns nichts, dann ist das doch okay.« (via)

Mit anderen Worten: Neonazis werden im Stadion toleriert. Solange sie keinen Stress verursachen, sei doch alles soweit in Ordnung. Und eigentlich störe man sich vor allem an den Unruhestifter_innen von den Ultras Braunschweig. Die seien das eigentliche Problem, denn die würden ja immerhin das Stadion schlichtweg als „politische Plattform“ missbrauchen wollen. Scheinbar können dann auch mal Tatsachen unter den Tisch gekehrt werden, wie z.B. das gewaltsame Vorgehen von rechten Fans gegen antifaschistisch Engagierte beim Spiel gegen Bochum am vergangenen Samstag. Dass also Rechte bei der Eintracht munter mitmischen, wenn es darum geht andere Leute aufzumischen – die durchaus ein Problem mit Nazis haben und das auch artikulieren – kann mittlerweile selbst aus der vermeintlich „unpolitischen“ Fanszene heraus nicht mehr bestritten werden. Weitere Zugeständnisse an den Zumutungen der Stadionkultur in Braunschweig lassen sich durch die Aussagen von Thilo Götz wie folgt festhalten:

1. Die Fanszene in Braunschweig besitzt ein aggressives Potenzial, das in der Lage ist, sich in physischer Gewalt & Morddrohungen gegen die Ultras Braunschweig (und andere kritische Stimmen im Stadion) auszudrücken (vgl. im Interview: Auswärtsspiel bei Union Berlin / Heimspiel gegen Bochum)

2. Die Ergebnisse der Broschüre „kurvenlage“ liefern soweit eine größtenteils richtige Berichterstattung über rechte Gewalttaten im Umfeld der Eintracht. (vgl. im Interview: Angriff der Kategorie Braunschweig auf Antifas vor einer Diskothek)

3. Rechte Gruppierungen im Stadion werden toleriert, solange sie nach Eigeneinschätzung keinen Ärger veranstalten. (vgl. im Interview: Aussagen über „Alte Kameraden“, „Nord Power Dogs“ und „Fette Schweine / Hungerhaken“)

4. Im Stadion ist die Marke „Thor Steinar“ durchaus präsent, wenn auch nur in Einzelfällen. In der Vergangenheit ist es dazu gekommen, dass auch Ordner_innen mit dieser Kleidung anwesend gewesen sind. (vgl. im Interview: Thor Steinar)

5. Dass die Eintracht ein Problem mit Nazis habe, wird nicht direkt zugegeben. Stattdessen wird auf schlimmere Zeiten (1980er Jahre) und auf den gestörten Frieden, den nun die Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen verursacht habe, verwiesen. Statt sich inhaltlich auf eine Diskussion einzulassen, stört man sich lieber an einer vermeintlichen Ablenkung vom sportlichen Erfolg der Mannschaft. (vgl. im Interview: Schlusswort und letzte Sätze)

Zu dieser stichpunktartigen Auswertung des Interviews sei unseren Leser_innen auch noch ein Artikel des Spiegel Online ans Herz gelegt.

Kritik am Verhalten von Eintracht Braunschweig im Zuge der Broschüre „kurvenlage“

Momentan bemüht sich die Eintracht scheinbar eher schlecht als recht um ihr Image als nazifreier Verein, der sich dennoch erfolgreich im Kampf gegen Rassismus darstellen will. Nachdem es bei dem Spiel gegen Bochum letzten Samstag zu einem durch die Sicherheitskräfte verhinderten Angriff gewaltbereiter Eintracht-Fans auf die Antifaschist_innen der Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen sowie auf die Ultras Braunschweig kam (die Braunschweiger Zeitung berichtete), distanzierte sich die Eintracht in einer offiziellen Stellungnahme von „jedweder Form von Rassismus und Extremismus im Stadion“. Dass dabei in der Tat konsequent gegen Extremist_innen [sic!] vorgegangen wird, hat die Eintracht nun bewiesen:

Es gab, wie bereits geschildert, einen Angriff auf engagierte Fans, die im Stadion auf die akute Problematik neonazistischer Präsenz hinweisen wollte, indem sie ein Transparent mit der Aufschrift „Keine Eintracht mit Nazis“ während des Spiels zeigten. Dadurch wiederum und durch die bloße Präsenz eben jener Fans zeigten sich dutzende von gewaltbereiten und augenscheinlich rechten Besucher_innen des Spiels so provoziert, dass sie versuchten eben jene Fans anzugreifen und nur durch das Eingreifen der Polizei gestoppt werden konnten. Damit es nicht zu weiteren Angriffen kommen konnte, wurden die antifaschistischen Fans mit Bussen in einen anderen Stadtteil verfrachtet.

Wie verhält sich die Eintracht zu dem Vorfall? Statt das Engagement von Menschen zu würdigen, die sich auch innerhalb des Stadions unter Gefahr ihres eigenen Wohlergehens gegen Nazis einsetzen, denunziert sie eben jene Leute als „Extremist_innen“, von denen man sich konsequenterweise distanzieren müsse. Dass im und vor dem Stadion eine Atmosphäre des Hasses und der Gewalt aggressiver Rechter herrschte, wird gar nicht erst thematisiert oder eingestanden. Die konkrete Gefahr von gewalttätigen Ausschreitungen wie am letzten Samstag, bei denen Eintracht-Fans Angst um ihre eigene Haut haben müssen, sollte aber genau zu der Einsicht verleiten, dass der Verein noch immer ein schwerwiegendes Problem mit rechter Gewalt hat. Reflexhaft werden die durchaus fundiert und stichhaltig dokumentierten Ergebnisse der „kurvenlage“ damit abgetan, „dass man durch einen engen Austausch und eine außerordentlich gute Zusammenarbeit zwischen dem Verein, dem Fanrat, dem Fanprojekt Braunschweig und allen relevanten regionalen und nationalen Behörden auch innerhalb der Fanszene eine hohe Sensibilität gegenüber Rassismus und Extremismus entwickelt habe.“ – so sinngemäß in der Stellungnahme.

Wäre dies tatsächlich der Fall, so müssten doch eben jene und oben genannte Gruppen ein kritisches Augenmerk auf die rassistischen (und neonazistischen) Vorfälle im Zusammenhang mit rechten Eintracht-Fans haben und nicht in komplett naiver Weise die Ergebnisse der Broschüre übergehen. Leider ist aber das Gegenteil der Fall: Eine Verurteilung eben jener Autor_innen und engagierter Antifaschist_innen als Menschen, die nun vom Verein als „extremistisch“ abgestempelt werden und denen der Vorwurf gemacht wird, sie wollen das Stadion als „politische Plattform“ missbrauchen.

In der Online-Zeitung „braunschweig-spiegel“ nahm die DGB-Jugend Braunschweig Stellung zu dem Verhalten der Eintracht:

„Hier wird von Seiten des Vereins eine perfide Umkehr des Problems betrieben. Wenn friedliche Fans mit einem Transparent, das eigentlich eine Selbstverständlichkeit ausdrückt, von rechten Hooligans bedroht werden, hat das nichts damit zu tun, dass das Stadion als „politische Plattform missbraucht“ oder linksradikale Politik ins Stadion getragen würde“, sagen die Aktiven der DGB-Jugend Braunschweig. „Hier werden eindeutig die falschen Leute kriminalisiert und das Problem der rechten Strukturen unter den Fußballfans, das in der Publikation „kurvenlage“ beschrieben wird, schlicht verdrängt. Wir fordern den Verein auf, sich mit den betroffenen rechter Gewalt zu solidarisieren und konsequent gegen rechte Strukturen vorzugehen.“ (via)

 

Nachtrag (10.10.2012):

Die Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen hat inzwischen eine Pressemitteilung verfasst, in der sie in einer eigenen Darstellung von den Ereignissen im Zuge des Spiels gegen Bochum berichtet und übt scharfe Kritik am Verhalten der Eintracht. Zudem nehmen die Ultras Braunschweig in einem ihrerseits verfassten Text Stellung zu den Geschehnissen im Stadion.

Zu guter Letzt  möchten wir noch auf ein Interview hinweisen, das Jan Tölva mit den Ultras Braunschweig geführt hat. Eine Linksammlung zu Texten, die sich mit der Eintracht und dem Problem rechter Gewalt befassen, findet sich auf der Seite des Informationsblogs recherche38.

 

 

kurvenlage – Infobroschüre über rechte Umtriebe bei der Eintracht Braunschweig

Nachdem in Dortmund schon 8 Stadionverbote gegen Nazis vom verbotenen Nationalen Widerstand Dortmund ausgesprochen wurden, gibt es auch Neuigkeiten aus der Fanszene Braunschweig.

Die Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen hat eine 80 Seiten starke Informationsbroschüre über rechte Aktivitäten in der Fanszene der Eintracht Braunschweig herausgegeben. Inhaltlich gibt sie einen historischen Abriss über die Entwicklung von rechten Tendenzen im Umfeld der Eintracht wieder, führt eine Chronologie rechter Übergriffe auf und analysiert die neonazistischen Strukturen involvierter Nazis.

Weitere Themen, die von der Initiative behandelt werden, sind Fußball&Politik, Rassismus in (deutschen) Stadien, Thor Steinar, Kategorie C und ein Interview mit dem Fanprojekt Bremen.

Laut Eigenaussage besteht die Absicht der Broschüre darin,

„einen Teil dazu beitragen [zu wollen], dem rechten Konsens im Hooliganspektrum und Teilen der Fanszene entgegen zu wirken. Denn Fußball ist für alle da, aber bestimmt nicht für Nazis und Rassist*innen.“ (via)

Downloaden könnt ihr die “Kurvenlage“ auf der Seite der Initiative
gegen rechte (Hooligan-)Strukturen
.

 

Nachtrag (09.10.2012):

Die taz berichtete in einem Artikel über die Ereignisse bei der Eintracht Braunschweig. Ebenso die Braunschweiger Zeitung und das Fußballmagazin 11Freunde.

Eine Stellungnahme des Vereins führte hingegen zu einer eher wagen Absage an Nazismus und die Vereinnahmung als „politische Plattform“ für Extremistinnen [sic!]. Vielmehr wurde sich der Vorwürfe zu trotz  darauf konzentriert, altbekannte Mantras und Floskeln zu wiederholen, wie beispielsweise:

„Wir distanzieren uns seit vielen Jahren von jedweder Form von Rassismus und Extremismus im Stadion und gehen in Absprache mit den Behörden konsequent gegen sämtliche Vergehen vor, die uns bekannt werden. Es gibt einen engen Austausch zwischen dem Verein, dem Fanrat, dem Fanprojekt Braunschweig und allen relevanten regionalen und nationalen Behörden. Diese außerordentlich gute Zusammenarbeit hat dazu geführt, dass sich auch innerhalb der Fanszene eine hohe Sensibilität gegenüber Rassismus und Extremismus entwickelt hat. Personen, die sich im EINTRACHT-STADION gesetzeswidrig verhalten, erhalten kompromisslos Stadionverbot.“ (via)

Damit dürfte der Fall Braunschweig aber noch lange nicht erledigt sein.

 

Unter Kameraden

Die Dortmunder Polizei durchsuchte am Donnerstagmorgen zahlreiche Wohnungen und Vereinsräume von Rechtsextremisten. Es handelte sich dabei um den bisher umfangreichsten Schlag gegen Rechtsextremisten durch das Polizeipräsidium Dortmund, so die Polizei. 600 Beamte waren nach Polizeiangaben im Einsatz. Sie durchsuchten 93 Objekte. Bei den Durchsuchungen beschlagnahmte die Polizei Vermögen, zog Besitz ein und verbot das Tragen der Vereinssymbole.

Auf derwesten.de wurden einige Fotos aus dem Nazizentrum  Rheinische Straße 135 veröffentlicht. Die Ultragruppierung Desperados Dortmund ist auf einem Kühlschrank  auch mit einen Sticker vertreten.

Keine besonderen Vorkommnisse

Am 9. November 2011 fanden in Wuppertal mehrere Gedenkveranstaltungen zur Reichspogromnacht 1938 statt. Neonazis störten den Hauptdemonstrationszug mit rechtsextremen, rassistischen Hetzparolen und Transparenten- unter Schutz der Polizei. Eine Dokumentation.

Der Beitrag stammt von den Macher_innen der Doku „Hallo ihr Trottel“ die das Geschehen rund um den Naziaufmarsch im Januar 2011 dokumentiert haben, ebenfalls sehr sehenswert.

…mal wieder Polizeigewalt

(…)Mehrere eingeschlagene Zähne sowie erhebliche Gesichtsverletzungen waren die Folge dieser äußerst brutalen Vorgehensweise. „Jetzt geht es ihnen wie den Juden!“ war hierbei eine der Aussagen von Ordnern zu Polizeibeamten.(…)

Nazi Ordner in Chemnitz

Stellungsnahme Ultras Blackside hier.

Nazischweine

Ein aus Ruchtung Köln kommender Zug mit Rechtsxtremisten traf zur gleichen Zeit im Bahnhof ein wie ein Zug mit Fans von Mainz 05-Fans auf dem Weg zum Auswärtsspiel in Köln. Sofort stürzten Mainz-Fans aus dem Zug – unter lauten „Nazischweine“-Rufen. Die Polizei hatte Mühe, ein Zusammentreffen beider Lager zu verhindern.

http://www.rhein-zeitung.de/startseite_artikel,-Halt-in-Remagen-Mainz-05-Fans-treffen-auf-Neonazis-_arid,338842.html