Ambitionen für dieses Jahr

Es wird in Zukunft keine Spielberichte mehr von mir im Internet geben. Analog ist besser.

Ende des letzten Jahres ist in mir die Schnappsidee gereift, dass es für 2017 eine gute Idee wäre, ein erstes eigenes Hoppingheft herauszugeben, um nicht auf’s zumeist dann doch unpraktische und unauthentische Blogging beschränkt zu sein. Die Idee lass‘ ich jetzt praktisch werden und besuche schon fleißig mittel- bis unterklassige Spiele, schreibe schlechte Spielberichte und denke mir lustige Rubriken als Extra für das Heft aus. Alles 100% DIY und wahrscheinlich verdammt trashig – so will ich zumindest hoffen!

Bis dahin wird es im Netz also vorerst keine neuen Spielberichte von mir geben, während ihr die alten nach wie vor jederzeit lesen könnt. Das Passwort dazu erhaltet ihr auf Anfrage, oder findet ihr von selbst, wenn ihr die Augen hier auf’m Blog ein wenig offen haltet. Das soll aber nicht bedeuten, dass ich es ausschließe ggf andere Artikel zu verfassen. Früher gab es mal ne Zeit, da war ich sicher viel aktiver was das anbelangt.

War das Bloggen über die Matches immer nur eine behelfsmäßige Notlösung, bei der ich selbst immer ein Problem hatte meine fußballerischen Erlebnisse „einfach so“ ins Internet zu stellen, will ich mir mein Medium für die Zukunft selbst erstellen, bestimmen wer es lesen kann und hoffe, dass ich die Kontinuität aufbringen kann, um es fertigzubringen.

Angedacht ist es, das Heft bis zum Ende des Sommers fertig zu haben. Bislang kann ich aber echt nicht sagen, ob der Plan viel zu ambitioniert ist. Ob das wirklich klappen sollte, weiß letztlich nur der Suff…und die gesellschaftlichen Zwänge, denen wir so tagtäglich ausgesetzt sind.  😉

In diesem Sinne: Bis später!

Gastbeitrag: Wuppertaler SV vs VfR Krefeld-Fischeln (17.04.2016)

  • Oberliga Niederrhein
  • Ground: Stadion am Zoo
  • Zuschauer: 2505
  • Kapazität: 23.067 Plätze
  • Ergebnis: 2:0

 

Es war spielfreies Wochenende und die Gelegenheit wollte ich nutzen um meinen Vater in seinem neuen Zuhause in Wuppertal zu besuchen. Die Schicht, für die ich am Samstag eingeteilt war, konnte ich loswerden und so ging es am Freitagmittag für elf Euro mit dem Fernbus nach Düsseldorf, wo ich mit dem Auto abgeholt wurde. Wie der Zufall es wollte, hatte der WSV an diesem Sonntag ein Heimspiel, also wurde der für den Tag geplante Ausflug zur Oma auf Samstag vorverlegt und unserem Besuch im Stadion am Zoo stand somit nichts mehr im Weg.

Während es für mich das erste Mal sein sollte, war mein Vater das letzte Mal vor über 40 Jahren dort. Der Sportverein gewann damals in seiner letzten Erstligasaison 3:1 gegen Bayern München. Heute hieß der Gegner Krefeld-Fischeln und im Gegensatz zu damals hat nach dem Spiel niemand versucht den Mannschaftsbus umzuschmeißen während alle anderen „Hautse, Hautse, Hautse auf die Schnauze“ rufen.

Genau wie bei meinem letzten Mal Hoppen in Westdeutschland hatte wieder jemand Karten zu verschenken und so konnten wir uns die 22 Euro, die wir für zwei Sitzplatzkarten bezahlt hätten, sparen. Ermäßigt hätte man neun Euro pro Karte bezahlt, aber laut Schild gilt das nur für Schwerbehinderte ab 50% Behinderung und nicht für gemeine Studenten.

Den Eingang ließen wir hinter uns ohne von den Ordnern abgetastet zu werden und nachdem wir erstmal ein bisschen hilflos umherirrten, fanden wir den Weg zu unserem Abschnitt der Tribüne. An der Treppe dort war zwar auch nochmal ein Ordner platziert, aber der war nicht großartig daran interessiert unsere Tickets zu überprüfen und die Tribüne war ungefähr zu einem Drittel gefüllt.

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Nachdem wir uns mit Bier (drei Euro, ein Euro Pfand) und Bratwurst (2,50 Euro) versorgt hatten, saßen wir etwa zehn Minuten vor Anpfiff auf unseren Plätzen etwas rechts der Mittellinie mit bester Sicht auf Spielfeld und Fanszene, welche hinter dem Tor auf der Nordseite des Stadions steht. Der komplett leere Block aus Beton auf der Südseite war etwas komisch anzusehen, aber ansonsten fühlte ich mich doch sehr wohl im Stadion direkt zwischen Wupper auf der einen und Zoo auf der anderen Seite. Meine Begleitung verlor noch ein paar lobende Worte über das alkoholfreie Bitburger, das er sich gekauft hatte und dann ging es auch schon los.

Mit zwölf Punkten Vorsprung auf den zweiten Platz ging es für Wuppertal heute leider ohne Choreo gegen den Tabellenzehnten in die Partie. Bei den vielen Punkten Vorsprung hatte ich ja eigentlich gehofft, dass wir ein paar mehr Tore zu sehen bekommen würden, aber das Spiel war dann doch ziemlich ausgeglichen. Wuppertal hatte zwar durchaus etwas mehr Ballbesitz, doch die grün-weißen Krefelder hatten trotzdem mehr als genug Chancen und gerade gegen Ende hätte statt dem 2:0 auch gut das 1:1 fallen können. Bevor in der 37. Minute das erste Tor mit dem Kopf erzielt wurde, wunderten wir uns zunächst über einen Spieler, der zweimal hintereinander genau die gleiche Ecke ausführte indem er versuchte den Ball flach in den Strafraum zu schießen, was natürlich nicht klappte. Beide Male ging der Ball direkt auf einen Krefelder, der ohne Probleme klären konnte. Ein drittes Mal hat er es dann nicht versucht.

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Zur Halbzeit verließen wir nach kurzer Debatte die überdachte Tribüne und stellten uns schräg oberhalb des singenden Publikums in die Sonne. Wellenbrecher gab es fast so viele wie Zuschauer und so hatten wir keine Probleme einen zu finden, an den wir uns lehnen konnten. Wie schon erwähnt machte Wuppertal in der zweiten Hälfte nicht den Eindruck als hätten sie in der Pause Kraft getankt, weshalb wir immer mehr einen Ausgleich erwarteten. Der Tiefpunkt dieser Spielphase, die immer mehr Zuschauer in den Meckermodus verfallen ließ, war sicherlich als der Wuppertaler Torwart auf der Flucht vor einem Krefelder ausrutschte und den Ball gerade noch so ins Aus hauen konnte. Die Ultras gaben aber nicht auf und ihr Vorsänger stimmte mit der hässlichsten Stimme, die ich je gehört habe, einen Oldschoolhit an, der zwar nicht durch inklusive Formulierung, aber durch seine catchy Melodie überzeugen konnte: „Ob vom Ölberg, ob vom Loh, ob vom Dönberg oder Zoo, Ob Barmen oder Elberfeld, dat is egal, wir sind allesamt die Jongens ausm Tal“ (oder so ähnlich). Ganz kurz vor Schluss wurden sie dann belohnt als in der 92. Minute wieder per Kopf das zweite Tor fiel.

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Beim Rausgehen fielen dann noch die pinken Schals am Fanartikelstand unangenehm auf und nachdem wir das Werbeposter für die anstehende Schifffahrt studiert hatten, gingen wir zurück zum Auto. Auf dem Weg nach Hause wunderte sich mein Vater: „War doch gar nicht so asozial.“

Gastbeitrag: SG Eintracht Frankfurt vs Hamburger SV (19.02.2016)

Diesen Hoppingbericht hat ein guter Freund von mir relativ spontan verfasst, nachdem er die Möglichkeit hatte sich das Spiel in FFM anzuschauen:

  • 1. Fussball-Bundesliga
  • Ground: Waldstadion (Commerzbank-Arena)
  • Zuschauer: 47.200
  • Kapazität: 51.500
  • Endstand: 0:0

Am Freitagabend war ich das erste Mal im Frankfurter Waldstadion. Ein guter Freund ist vor einigen Monaten in die Stadt am Main gezogen und so war es ein guter Anlass ihn mal zu besuchen. Karten hatten wir keine, weshalb es bis zur letzten Minute ungewiss blieb, ob wir uns das Spiel überhaupt würden angucken können.

Schon am Donnerstag verließ ich Nachmittags die Messestadt mit dem Postbus in Richtung Hessen und wurde zwei Folgen Shameless und fünf Stunden Fahrt später am Frankfurter Hauptbahnhof in Empfang genommen. Den Abend verbrachten wir dann in einer gemütlichen Campuskneipe und am Freitag hieß es für mich nach dem Frühstück erstmal alleine Frankfurt zu erkunden, da mein Freund leider arbeiten musste. Dabei stellte ich fest, dass in seinem Stadtteil Bornheim die meisten Fußballsticker sich doch eher auf den FSV beziehen. Auch in der Kneipe, in der wir vor dem Spiel noch Handkäs und einen Bembel Äppler genossen, waren die Wappen beider Vereine an den Wänden zu finden.

12754864_592034957614576_950216130_oDer Käse war gegessen, der Äppler war getrunken und so langsam wurde es dunkel. Zeit sich auf den Weg zu machen. Am Stadion wollten wir dann noch einen Freund treffen, doch leider kamen wir genau auf der anderen Seite des Gebäudes an als er und der Weg zu ihm kam uns wie eine Ewigkeit vor, da die Wege dort etwas unglücklich gestaltet sind. Zwischendurch entfernten wir uns sogar ein ganzes Stück vom Stadion. Irgendwann hatten wir ihn aber erreicht und wir konnten uns darauf konzentrieren Tickets zu bekommen. Sowohl die 45 Euro am Ticketschalter, als auch die 30 Euro, die unseriös wirkende Ticketdealer auf dem Vorplatz verlangten, waren uns aber zu viel und so wurden wir doch spürbar nervöser, je näher der Anpfiff rückte. Zwei Minuten vorher dann die Erlösung: „Hier, könnt ihr haben“. Drei Tickets für Null Euro. Das kann ja nicht klappen, waren wir uns einig. Guck mal, da steht Jugendmannschaft drauf. Ok, wir probieren’s einfach und wenn sie fragen, sagen wir, wir machen ein Praktikum als Trainer oder so. Doch weder die Ordner noch das Drehkreuz stellten Fragen und so konnten wir unser Glück kaum fassen als wir den Eingang passiert hatten. Im Stadion waren wir allerdings noch nicht. Es ging aber alles gut und nachdem wir uns für 20 Euro eine Getränkekarte gekauft hatten, auf der 18 Euro waren, womit man sich zwei Bier für 12,40 Euro (jeweils zwei Euro Pfand) kaufen konnte, saßen wir auch irgendwann auf unseren Plätzen und hofften, dass wir nicht mehr verscheucht werden würden, weil es nicht ganz die Plätze waren, die auf unseren Karten standen. Eine der Karten war nichtmal für diesen Block. Achja, Pyroshow? Welche Pyroshow?

Geflasht von der Atmosphäre, die so ein riesiger Tempel mit sich bringt und davon, dass wir es geschafft hatten, nippten wir glücklich an unseren Bieren, während das Spiel so vor sich hin dümpelte. Ein bisschen Zaunfahnengequatsche hier, Spielanalyse dort, war dann auch schon bald Halbzeit. Was mir von der ersten Hälfte am stärksten in Erinnerung blieb, war auf jeden Fall die Lautstärke der Hamburger. Wir saßen zwar auch näher am Gästeblock, als an der Heimkurve, aber es überraschte mich trotzdem ein bisschen. Das Spiel an sich entsprach in etwa dem Tabellenplatz Frankfurts, was sich auch nach der Pause nicht ändern sollte.

fahnenEigentlich hatte ja ein Bekannter meiner beiden Begleiter angekündigt uns irgendwie in die Kurve zu holen. Hatte er aber anscheinend doch keinen Bock drauf und so überlegten wir, nachdem wir pinkeln waren und Bier geholt hatten, wie wir es eigenständig schaffen könnten dort mal vorbeizuschauen. Ok, also irgendwelche Kinder haben Eintrittskarten gesammelt und wir waren so gut und haben ihnen unsere gegeben. Soweit die Ausrede. Nach ein paar Minuten Diskussion mit den Ordnern hatten wir damit sogar Erfolg und durften den Unterrang der Nordwestkurve betreten. Leider war jetzt nur noch eine halbe Stunde zu spielen und die Stimmung war, bedingt durch die Tabellensituation und die Leistung auf dem Feld, eher mau. Lediglich bei Liedern mit Textstellen wie „Scheiß DFB“ wurde es für kurze Zeit laut. Irgendwann kam dann auch der Pfiff und die Teams trennten sich mit einem berechtigten 0:0.

Zum Glück bekamen wir das restliche Guthaben auf unserer Karte, inklusive der zwei Euro Pfand wieder ausgezahlt und nachdem wir auch unsere Becher losgeworden sind, was etwas länger dauerte, machten wir uns auf den Weg nach Hause. Unterwegs holten wir uns noch was zu essen und zuhause angekommen entschieden wir uns dagegen nochmal loszugehen, da es schon spät geworden war und ich am nächsten Tag früh raus musste. Also ließen wir den Tag mit ein bisschen Pfeffi in der Küche ausklingen. Glücklich über die schöne Zeit in Frankfurt und voller Vorfreude auf den chemischen Rückrundenstart ging es dann am nächsten Morgen um sieben mit dem ICE zurück nach Leipzig.